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Zwar können Hummeln ihre Nachkommen nicht mit Antikörpern versorgen, wie das bei Säugetieren der Fall ist. Dennoch schaffen es die Arbeiterinnen, den Nachwuchs auf die Widrigkeiten des Lebens vorzubereiten.
(jkm) - Die Schweizer Insektenforscher Yannick Moret und Paul Schmid-Hempel von der ETH Zürich berichteten jetzt in der Zeitschrift "Nature" von ihrer Arbeit mit elf Laborkolonien der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris). Jeweils die Hälfte der Arbeiterinnen erhielt ein bakterielles Lipopolysaccharid gespritzt, das bei ihnen eine starke Immunreaktion provozieren sollte.

Nachdem die Kolonien ihren jährlichen Lebenszyklus beendet hatten, fanden die Forscher bei den behandelten Arbeiterinnen eine deutlich gesteigerte antibakterielle Aktivität. Und auch bei den später geschlüpften Drohnen, die diese Arbeiterinnen großgezogen hatten, zeigten sich Veränderungen. Bei ihnen war die Aktivität eines Enzyms erhöht, das der Einkapselung von eingedrungenen Mikroorganismen dient.
Auf welche Weise die gesteigerte Aktivität des Immunsystem an den Nachwuchs weitergegeben wird, ist noch unklar. "Möglich wäre beispielsweise, dass dies über Pheromone oder über die Zusammensetzung der Larvennahrung geschieht", sagte Moret gegenüber JKM.
Von der Aktivierung der Körperabwehr könnten die Männchen profitieren, wenn sie später den Bau verlassen, um sich mit den Jungköniginnen zu paaren. Danach sterben die Männchen, die Jungköniginnen suchen sich jedoch einen Überwinterungsplatz, um im nächsten Frühjahr eine neue Kolonie zu gründen.