Die Flechte und Moose der Antarktis sind gegen die Folgen des Ozonlochs gut gerüstet.
(jkm) - Der erhöhten ultravioletten Strahlung setzen die Pflanzen Schutzpigmente und ihren genetischen Reparatur-Mechanismus entgegen. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine niederländisch- britische Forschergruppe. Seit 1997 hatten die Forscher Gräser, Flechten, Moose und Algen der antarktischen Pflanzenwelt unter die Lupe genommen.
Besonders im Frühjahr sind die Pflanzen einer erhöhten UVB- Strahlung ausgesetzt. Um die Wirkung der Strahlen abschätzen zu können, deckten die Forscher die Pflanzenfamilien jeweils zur Hälfte mit UV-Filtern ab. Die ungeschützten Artgenossen wurden dann auf Schutzpigmente und genetische Fehler untersucht.
.
Tatsächlich entwickelten stärker bestrahlte Pflanzen höhere Dosen schützender Pigmente, berichtet die niederländische Ökologin Daniela Lud. Die befürchteten Gen-Schäden waren deshalb kaum feststellbar.
Problematischer als die Strahlung ist offenbar der Temperatur- anstieg: Moose und Gräser profitieren von wärmeren Tempera- turen und wachsen jetzt schneller als noch vor Jahren.
Das Nachsehen haben die Flechten, deren Wachstum sich nicht beschleunigt hat. Sollte die Erwärmung anhalten, könnten die Flechten deshalb von Gräsern verdrängt werden, schätzt Daniela Lud