Vulkane: Ausbrüche verschleiern globale Erwärmung

Große Vulkanausbrüche sorgen für eine Abkühlung der Troposphäre und verschleiern so die Effekte der globalen Erwärmung.
(jkm) - Dies konnte eine internationale Forschergruppe nachweisen. Der Befund könnte nicht nur die unterschiedlichen Temperaturtrends am Erdboden und in der unteren Atmosphäre erklären. Nach Ansicht der Wissenschaftler entkräftet er auch Argumente, die gegen die Existenz einer weltweiten Erwärmung angeführt worden sind.
In den letzten zwei Jahrzehnten kam es mehrfach zu großen Vulkanausbrüchen. Beispielsweise brach im Jahr 1982 der El Chichón in Mexiko aus, 1991 der Pinatubo auf den Philippinen. Die Atmosphärenforscher um Benjamin Santer vom Lawrence Livermore National Laboratory untersuchten nun, welchen Einfluss diese Ausbrüche auf die Temperaturen in der unterste Atmosphärenschicht, der Troposphäre, hatten.



Problematisch war, dass die vulkanischen Einflüsse wiederum von einem anderen Naturphänomen überdeckt wurden: Sowohl 1982 als auch 1991 waren durch ungewöhnlich warmes Oberflächen- wasser im tropischen Pazifik gekennzeichnet. Dieses als "El Niño Southern Oscillation" (ENSO) bekannte Phänomen tritt in unregelmäßigen Abständen auf und hat Einfluss auf das gesamte Weltklima.
Wie die Gruppe im "Journal of Geophysical Research - Atmos- pheres" berichtet, konnte sie die verschiedenen Einflussfaktoren mit statistischen Methoden aus den Messwerten für 1979 bis 1999 herausrechnen. Es zeigte sich, dass die Vulkanausbrüche und ENSO eine Abkühlung der Troposphäre und der Erdoberfläche bewirkten, wobei der Effekt am Erdboden jedoch weniger ausgeprägt war.


"Unsere jüngsten Untersuchungen zeigen, dass die unter- schiedliche Erwärmung der Erdoberfläche und der unteren Troposphäre zumindest teilweise auf Vulkanausbrüchen und dem Ozonabbau in der Stratosphäre beruht" erläutert Santer.
Auf der Basis von Satellitendaten über die Troposphäre war in der Vergangenheit argumentiert worden, dass es so etwas wie eine globale Erwärmung nicht gebe. Nach Ansicht der Forscher entkräften die neuen Befunde diese Argumente.
"Ohne den Ozonabbau und die jüngsten Ausbrüche von El Chichón und Pinatubo wäre es in den letzten zwei Jahrzehnten sehr wahrscheinlich zu einem Temperaturanstieg in der unteren Troposphäre gekommen" glaubt Santer.


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