Der Zitronenfalter, ein auffallend gelber Schmetterling,
ist das Insekt des Jahres 2002.
Berlin (dpa) - Von den 3600 Schmetterlingsarten in Deutschland seien einige so gut wie ausgestorben, sagte Wohlert Wohlers, Sprecher der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, am Freitag in Berlin. Der Zitronenfalter sei nicht akut bedroht, aber seltener geworden.
Das Kuratorium hatte sich für den Zitronenfalter entschieden, damit Spaziergänger eine gute Chance haben, das Insekt des Jahres 2002 zu sehen. Der Falter tauche häufig als erster Schmetterling im Frühjahr auf. Die bisherigen «Insekten des Jahres» waren die Florfliege, der Rosenkäfer und die Libelle.
Zitronenfalter leben oft an Waldrändern, wo die Männchen in taumelnder Jagd hinter den blass weißlich-grün gefärbten Weibchen her sind. Die Eier werden an Waldsäumen abgelegt. Die mattgrünen Raupen haben weiße Seitenstreifen und grüne Atemöffnungen. Sie werden meist übersehen, da sie sich ihrer Umgebung hervorragend angepasst haben.
Der Zitronenfalter hat mit etwa neun Monaten die höchste Lebenserwartung aller Schmetterlinge. Ende Juni schlüpfen die ersten Falter der neuen Generation aus den Puppen. Wird es im Herbst kalt, verstecken sich die Tiere im Laub, aber auch in Grashorsten oder in Efeu und Brombeerhecken. Dort verbringen sie den Winter, oft steif gefroren.
Das Wort «Schmetterling» beruht auf der irrigen Annahme, die Insekten ernährten sich von Milch oder Schmand (im öster- reichischen: Schmetten). Auch der englische Name «butterfly» weist darauf hin.
Wissenschaftlich werden sie als Schuppenflügler, lateinisch Lepidoptera, bezeichnet. Der bunte Staub, der nach Berührung der zarten Flügel an unseren Fingern klebt, besteht aus winzigen abgeriebenen Schuppen, der den Insekten ihre Farben gibt.