Wälder spielen eine große Rolle als Senken für das Treib- hausgas CO2. Ihre Aufnahmefähigkeit könnte durch gezielte Maßnahmen gesteigert werden.
(jkm) - Bäume nehmen Kohlendioxid auf und speichern den darin enthaltenen Kohlenstoff dauerhaft in ihrem Holz. US-Wissen- schaftler haben jetzt gezeigt, dass eine überlegte Beeinflussung von Wäldern in mittleren nördlichen Breiten deren Kohlenstoff-Aufnahmefähigkeit vergrößern könnte. Diese Fähigkeit hängt vor allem von der Zusammensetzung eines Waldes, seiner Biomasse, der Fruchtbarkeit des Bodens und der Menge an totem Holz ab. Faktoren also, die der Mensch direkt beeinflussen kann.
Forscher der Universität Harvard, Cambridge, untersuchten über einen Zeitraum von neun Jahren die Nettoaufnahme von Kohlen- stoff in einem Hartholz-Wald im Nordosten der USA. Die dabei beobachteten jährlichen Schwankungen von über 50 Prozent konnten allein Wetter- und Klimaeinflüssen zugeschrieben werden. Zum Beispiel nahm der Wald 1995 2,5 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar auf, 1998 nur die Hälfte davon.
1998 war ein sehr kühles Jahr mit vielen Wolken, was die Photosynthese stark einschränkte. Drei Jahre zuvor war der Waldboden dagegen sehr trocken. Die CO2-Freisetzung durch Atmung wurde stark herabgesetzt. Die Nettoaufnahme war daher sehr hoch.
Die Wissenschaftler stellten fest, dass über alle Jahre hinweg das Holzwachstum konstant blieb. Es unterlag keinen unmittelbaren Wetter- und Klimaeinflüssen und trug im Schnitt 70 Prozent zur CO2 Nettoaufnahme bei. Die beobachtete Holzwachstumsrate ist relativ klein, was am Stickstoffmangel im Boden liegt. Dieser rührt von der früheren Nutzung des Waldes als Brennstoffquelle. Außerdem wurde der Wald 1938 von einem Hurricane zu 70 Prozent zerstört und anschließend neu aufgeforstet.
Die Forscher zogen daraus den Schluss, dass es vor allem die langjährige, vom Menschen beeinflusste Entwicklung eines Waldes ist, die seine CO2-Aufnahmefähigkeit steuert.