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Klimaveränderung: Reise der Zugvögel beeinflusst |
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Flugrouten und Reisezeiten, bei Vögeln meist über Generationen unverändert und fest im Erbgut verankert, ändern sich in jüngerer Zeit bei einigen Arten, beeinflusst durch Klimaschwankungen in Europa. Von Andrea Löbbecke, dpa Hamburg (dpa) - Mauersegler und Kuckuck sind schon lange weg, Rauchschwalben und Störche noch auf dem Weg nach Südafrika und die Rotkehlchen gerade erst gestartet. Wenn die Tage kürzer und kälter werden machen sich die Zugvögel auf die Reise nach Süden. Flugrouten und Reisezeiten sind innerhalb einer Vogelart über Generationen meist unverändert und fest im Erbgut verankert. Wissenschaftler haben in jüngerer Zeit jedoch beobachtet, dass Klimaschwankungen die Tiere beeinflussen können: «Die Erwärmung in Europa hat wahrscheinlich die Zugrichtung der Mönchsgrasmücke verändert», sagt der Verhaltensforscher Eberhard Curio von der Ruhr-Universität Bochum.
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Früher seien die kleinen Vögel von Mittel- und Osteuropa in südwestliche Richtung geflogen und hätten in Südfrankreich, Spanien und Nordafrika überwintert. Inzwischen fliegen laut Curio viele Mönchsgrasmücken in eher westliche Richtung und überdauerten den Winter in Südengland. «Solche veränderten Zugrichtungen kommen durch eine natürliche Auslese zu Stande - die Vögel, die in eine ungünstige Richtung fliegen, sterben», erklärt der Biologe. Eine bevorzugte Zugrichtung werde dann an die Nachfahren vererbt. Nach dem aktuellen Stand der Forschung orientieren sich die Vögel auf ihren langen Reisen mit Hilfe zweier Sinnessysteme: der visuellen Orientierung am Sonnenstand oder dem Sternenhimmel und mit einer Art «innerem Kompass». Da Tiere eine exakte innere Uhr hätten, könnten sie anhand von Sonne und Sternen ihre Posititon bestimmen, sagt Curio. Bei der Navigation mit dem «innerem Kompass» nutzten die Vögel das Magnetfeld der Erde. Die Routen der ziehenden Tiere sind erheblich von ihrem Flugvermögen abhängig: Die «Segler» unter den Vögeln wie etwa einige Greifvogelarten und Störche brauchen zum Fliegen Aufwinde. Deswegen sind lange Strecken übers Meer für sie ungünstig - sie bevorzugen Landrouten nach Süden. Ein weiteres Plus für eine Reise «über Land»: Die Tiere können sich zwischen- durch stärken. «Viele Zugvögel brauchen in regelmäßigen Abständen Rastgebiete um Fettreserven aufzufüllen», sagt der Vogelexperte Franz Bairlein vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven. «Vor ihrem anstrengenden Flug über die Sahara in ihre süd- afrikanischen Winterquartiere verdoppelt etwa die Gartengras- mücke ihr Gewicht». Weltmeister im Weitfliegen sind die Seeschwalben: Schon im August starten sie auf eine 15 000 Kilometer lange Reise in den Süden, wo sie etwa im Dezember ihre Winterquartiere erreichen. Eine ganze Reihe von Vogelarten bleibt jedoch das ganze Jahr in Deutschland, etwa der Haussperling, die Amsel, der Schwan oder der Turmfalke. «Diese Tiere können hier bleiben, weil sie sich mit ihrer Ernährung den ungünstigen Bedingungen anpassen können», sagt Curio. So picke die Kohlmeise, die eigentlich Insekten frisst, im Winter auch gerne Bucheckern oder andere Samen. Die Amsel sei zwar das ganze Jahr über «Gemischtköstler» und habe sowohl Würmer und Insekten als auch Früchte auf dem Speiseplan. «Im Winter gehen die dann aber auch an Vogelbeeren und Feuerdorn.» Die Winterfütterung von Vögeln sieht der Biologe kritisch: «Wichtig ist vor allem eine pingelige Hygiene an den Vogel- tischen. Sonst infizieren sich die Tiere etwa mit Salmonellen und gehen ein.» Vogelliebhaber sollten auch bedenken, dass sie Zugvögel wie das Rotkehlchen mit der Fütterung von der Reise abhalten. «Wenn die Familie dann im Januar drei Wochen in Urlaub fährt und das Rotkehlchen nicht mehr gefüttert wird, stirbt es.» Allerdings sei ein Vogelhäuschen eine schöne Sache, um Kindern die Natur nahe zu bringen: «Damit die Jugend noch Vögel erkennt und nicht nur Automarken.»
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Eine ganze Reihe von Vogelarten bleibt jedoch das ganze Jahr in Deutschland, etwa der Haussperling, die Amsel, der Schwan oder der Turmfalke. «Diese Tiere können hier bleiben, weil sie sich mit ihrer Ernährung den ungünstigen Bedingungen anpassen können», sagt Curio. So picke die Kohlmeise, die eigentlich Insekten frisst, im Winter auch gerne Bucheckern oder andere Samen. Die Amsel sei zwar das ganze Jahr über «Gemischtköstler» und habe sowohl Würmer und Insekten als auch Früchte auf dem Speiseplan. «Im Winter gehen die dann aber auch an Vogelbeeren und Feuerdorn.» Die Winterfütterung von Vögeln sieht der Biologe kritisch: «Wichtig ist vor allem eine pingelige Hygiene an den Vogel- tischen. Sonst infizieren sich die Tiere etwa mit Salmonellen und gehen ein.» Vogelliebhaber sollten auch bedenken, dass sie Zugvögel wie das Rotkehlchen mit der Fütterung von der Reise abhalten. «Wenn die Familie dann im Januar drei Wochen in Urlaub fährt und das Rotkehlchen nicht mehr gefüttert wird, stirbt es.» Allerdings sei ein Vogelhäuschen eine schöne Sache, um Kindern die Natur nahe zu bringen: «Damit die Jugend noch Vögel erkennt und nicht nur Automarken.»
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