Belege für Effekt der Fußreflexzonentherapie

Die Fußreflexzonen-Massage (FRM) zählt in Deutschland zu den bekanntesten Verfahren der Naturheilkunde überhaupt. Es existieren hierzulande schon Dutzende von Ausbildungsstätten für Fußreflexzonen-Therapeuten, und Inhalte und Dauer (meist 110 Stunden) ihrer Ausbildung orientieren sich an den international üblichen Standards.

Die Therapeuten rekrutieren sich meist aus Krankengymnasten, Heilpraktikern und Physiotherapeuten, unter Ärzten findet man hingegen nur wenige Interessenten. Einer der Gründe für diese Zurückhaltung: Wie bei vielen anderen Naturheilverfahren vermutet man auch bei der Fußsohlentherapie das Fehlen von wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweisen - doch diese Vermutung entspricht nicht ganz der Realität.

Nur die korrekte Fußmassage hat einen klinischen Effekt

Eine aktuelle Studie zur FRM kommt von der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck (Forsch Komplementärmed 1999, 6, 129). Hier erhielten 16 gesunde Erwachsene eine Fußmassage an genau der Zone, die gemäß der Reflexzonentheorie den Nieren zugeordnet ist, eine andere Gruppe von 16 Probanden wurde zwar auch am Fuß massiert, jedoch an einer anderen Stelle. Parallel zur Massage und danach wurde mit einem technisch aufwendigen Verfahren (Doppler-Sonograpie) der Blutdurchfluß an den Arterien der rechten Niere gemessen. Das Ergebnis: Bei der korrekt massierten Gruppe war in den Nierenarterien der Blutfluß deutlich verbessert, bei den an falscher Stelle massierten Testpersonen änderte sich hingegen die Nierendurchblutung nicht.

Das autonome Nervensystem wird durch die Reize an den Fußsohlen ebenfalls angesprochen. Viele Patienten berichten, daß sie sich im Anschluß an die Fußsohlenmassage entspannt und müde fühlen und oft besser schlafen können.Oftmals treten Reaktionen, wie verstärktes Schwitzen, Juckreiz sowie ein starker Harn- und Stuhldrang auf. Dies zeigt, daß der Körper durch Anregung des Stoffwechselsystems verstärkt einen Entgiftungsprozess einleitet und sollte als positive Reaktion gesehen werden.

Es existieren also durchaus wissenschaftliche Daten zur Wirksamkeit der Fußzonentherapie, dennoch bleiben viele Fragen ungeklärt. Skeptisch stimmen Wissenschaftler vor allem das breite Anwendungsfeld, wie es von Fußzonentherapeuten proklamiert wird. Es reicht von Migräne und Rückenschmerzen über Verstopfungen und Prämenstruellem Syndrom bis zu Schnupfen, Morbus Parkinson und multipler Sklerose. Kaum eine Erkrankung, die nicht im Indikationenkatalog der Fußzonentherapeuten steht.


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