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Weihrauch gehört schon seit Jahrtausenden zur Kulturgeschichte des Menschen. Zum Beispiel zur Weihnachtslegende, in der es heißt, die Weisen aus dem Morgenland bringen ihn mit. Oder zur katholischen Messe, wo er das aufsteigende Gebet symbolisiert.
So beginnt Dr. Ernst Schrott sein Buch über den Weihrauch. Er erläutert auch, warum das eingetrocknete Balsamharz der Boswelliabäume so kostbar ist: weil diese tropischen Pflanzen wegen ihrer extremen Standortansprüche nur an wenigen Gegenden der Erde gedeihen. Schrotts Hauptanliegen ist es, das duftende Sekret als Arzneimittel vorzustellen. Ausgebildet nicht nur in Homöopathie und westlichen Naturheilverfahren, sondern auch in der indischen Naturheilkunde, der Ayurveda, bringt er den Lesern mit großer Überzeugungskraft die segensreichen Wirkungen des Weihrauchs nahe. Denn obwohl das Harz seit altersher auch zur Behandlung verwendet wurde - gegen Sommersprossen, Pockennarben, Tollwut, Schnupfen oder Lepra -, hat die moderne Medizin seine Heilkraft erst vor kurzem entdeckt.
So wurde ein bestimmter Extrakt, H 15 genannt, aus dem Harz des indischen Weihrauchbaums an der Münchner Uniklinik bei Rheumapatienten getestet - mit ermutigenden Ergebnissen. Auch gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen hat sich der Extrakt als wirksam erwiesen, zudem gegen Glioblastome, wo er die entzündliche Schwellung um die Geschwulst abbauen und die Tumore sogar zur Rückbildung anregen kann. Tübinger Forscher entdeckten: das pharmakologische Wirkmodell: H15 hemmt ein Schlüsselenzym im Entzündungsprozeß. Damit ergeben sich Therapiechancen auch bei anderen Krankheiten, denen das gleiche biochemische Störprinzip zugrundeliegt. Beispiele: Asthma, Allergien oder Multiple Sklerose.
H15 ist kein Wundermittel, aber es kann in Einzelfällen wunderbare Wirkungen haben, resümiert Schrott. Daran knüpft er das Plädoyer, H 15 auch in Deutschland zuzulassen. Der Möglichkeit, Weihrauch zu Hause als Öl, Salbe oder Dampf bei Alltagsbeschwerden zu nutzen, steht freilich nichts entgegen.
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