In Deutschland leben gegenwärtig fast eine Million Demenzkranke; zwei Drittel von ihnen sind von der Alzheimer Krankheit betroffen. Jährlich treten mehr als 200.000 Neuerkrankungen auf. Nach Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung wird die Zahl der Demenzkranken Jahr für Jahr um etwa 20.000 zunehmen und sich bis zum Jahr 2050 auf mehr als zwei Millionen erhöhen, sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt.
Prävalenz
Als Prävalenz wird die Anzahl der Kranken in der Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt bezeichnet. Nach umfangreichen Studien aus Deutschland und aus anderen Indust-rieländern leiden zwischen 6 und knapp 9 % der Altenbevölkerung an einer Demenz – einer schwerwiegen-den Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit, von der vor allem Gedächtnis, Sprache, Orientierungs- und Urteilsvermögen betroffen sind. Dies entspricht gegenwärtig einer Gesamtzahl von 800.000 bis 1,2 Millio-nen Erkrankten unter den über 65-Jäh-rigen in Deutschland.
Häufigste Ursache einer Demenz ist in den westlichen Ländern die Alzheimer-Krankheit mit einem Anteil von zwei Dritteln an den Krankheitsfällen, gefolgt von den durch Schädigungen der Blut-gefäße des Gehirns verursachten vas-kulären Demenzen mit einem Anteil von knapp 20 % (Canadian Study of Health and Aging 1994, Ott et al. 1995).
Die Prävalenzrate steigt steil mit dem Alter an. Wie aus der Tabelle hervor-geht, verdoppelt sich die Krankenziffer im Abstand von jeweils etwa 5 Alters-jahren. Überträgt man die altersspe-zifischen Raten auf die Altersstruktur der deutschen Bevölkerung im Jahr 1999, so wird deutlich, dass nahezu 70 % aller Erkrank-ten bereits das 80. Lebensjahr vollendet haben.
Lebenszeitrisiko
Das Risiko des Einzelnen, selbst einmal an einer Demenz zu erkranken, hängt stark von der individuellen Lebenser-wartung ab. Im statistischen Mittel, so lauten die Ergebnisse aus einer großangelegten Längsschnittstudie, beträgt die Wahrscheinlichkeit, im weiteren Altersverlauf an einer Demenz zu erkranken, wenn ein Alter von 65 Jahren erreicht worden ist, für Männer derzeit 16 %, für Frauen aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung hingegen
Die Diagnose der Alzheimer-Krankheit lässt sich bei den meisten Kranken mit einfachen Mitteln und hoher Sicherheit stellen. Der Arzt muss bei Kranken mit Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung, der Sprache oder des Denk- und Urteilsvermögens eine sorgfältige diagnostische Untersuchung durchführen, um behebbare Ursachen dieser Leistungsstörungen auszuschließen, einen individuell abgestimmten Behandlungsplan zu entwer-fen und die Kranken und ihre Familien aufzuklären und zu beraten. Die Diagnose erfolgt in drei Schritten.
1. Erkennen des typischen Symptommusters
Die Diagnose der Alzheimer-Krank-heit setzt voraus, dass zusätzlich zu Gedächtnisstörungen auch Beein-trächtigungen des Denk- und Urteils-vermögens vorliegen, die zu einer nachlassenden Alltagsbewältigung geführt haben. Störungen der Sprache (z. B. Wortfindung), der räumlichen Leistungen (z. B. Krawatte knoten, Auto einparken, Kleidungsstücke richtig an-ziehen) oder der Orientierung (zur Zeit oder zur Situation) können hinzukom-men. Der Arzt achtet aber auch darauf, ob Veränderungen des Verhaltens wie Stimmungsschwankungen, Rückzug-stendenz oder mangelnde Rücksicht-nahme auf Angehörige vorliegen. Zur Erhebung dieser Symptome und Ver-haltensänderungen werden manchmal bestimmte Tests eingesetzt. Weit ver-breitet ist der Mini Mental Status Test. Bei dem ersten Untersuchungsschritt erhält der Arzt Klarheit darüber, ob die Beschwerden und Symptome des Kranken Anzeichen für die Alzheimer-Krankheit sind, ob sie auf eine andere psychische Störung hindeuten, oder ob sie mit dem normalen Alter verein-bar sind.
2. Identifizieren der Alzheimer-Krankheit als Ursache
Die Alzheimer-Krankheit zeichnet sich durch einen schleichenden Beginn und durch eine allmähliche Verschlechte-rung der geistigen Fähigkeiten aus. Körperliche Symptome fehlen in den ersten Krankheitsjahren. Einbußen des Gedächtnisses stehen im Gesamtbild der Störungen im Vordergrund. Zum Ausschluss anderer Ursachen führt der Arzt bestimmte Blutwertuntersu-chungen durch und lässt eine Rönt-genschichtaufnahme (Computertomo-gramm) des Gehirns anfertigen. Bei der Alzheimer-Krankheit sind die Blutwerte normal, die Röntgenschichtaufnahme zeigt häufig eine Hirnvolumenminde-rung im Bereich des Schläfen- und Scheitellappens; sie kann aber auch unauffällig sein, besonders im frühen Krankheitsstadium.
Studien
Vitaminmangel führt zu Alzheimer-Erkrankung
Eine Studie am Stockholm Gerontology Research Center hat ergeben, das ältere Menschen, die zu wenig Vitamin B12 und Folsäure mit der Nahrung aufnehmen, einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind, an Alzheimer zu erkranken. Im Rahmen der Studie wurde das Blut von 370 Personen, die mindestens 75 Jahre alt waren, drei Jahre lang untersucht. Bei keinem Probanden wurde zu Studienbeginn eine Demenz festgestellt. 78 Personen entwickelten im Laufe der Studie verschiedene Demenzformen. Dabei wurde festgestellt, dass erkrankte Studienteilnehmer mit einem niedrigen B12- und Folsäurespiegel mehr als doppelt so oft speziell von der Hirnerkrankung Morbus Alzheimer betroffen waren. Ein Mangel an B12 und Folsäure bewirkt einen erhöhten Homozystein-Spiegel, der wiederum Nervenzellen stark schädigen kann.
Eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung ist gerade für ältere Menschen besonders wichtig. Vitamin B12 wird auch "Langlebigkeits-Vitamin" genannt. Eine ausreichende Versorgung mit diesem Vitamin fördert Vitalität und Lebensfreude besonders bei Älteren. Vitamin B12 aktiviert Enzym-Reaktionen, die rote Blutkörperchen bilden.
Ein Mangel an diesem Vitamin kann zu Nervenschäden führen und wird mit Alzheimer in Verbindung gebracht. Besonders Menschen ab dem 60.Lebensjahr sind gefährdet. Nervosität ist oft ein Zeichen von Vitamin-B12-Mangel. Bei einer ausreichenden Vitamin-B12-Versorgung nehmen die Betroffenen ein verbessertes Kurz- und Langzeitgedächtnis wahr, sie sind geistig wacher und haben klarere Gedanken .
Vitamin-B-Gaben können den Erfolg einer Depressionstherapie erheblich beeinflussen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des finnischen Kuopio University Hospitals. Erstmals wurde nachgewiesen, dass depressive Patienten mit hohen Vitamin-B12-Werten besser auf eine Behandlung reagieren. Die Wissenschaftler beobachteten 115 Patienten mit Depressionen über einen Zeitraum von sechs Monaten.
Die Teilnehmer wurden je nach Behandlungserfolg in drei Gruppen aufgeteilt.
So zeigte sich bei Messungen des Vitamin B Gehaltes im Blut, dass bei der Gruppe, die starke Verbesserung des Krankheitsverlaufs aufwies, auch ein höherer Wert an B12 - Vitaminen zu verzeichnen war.
Der Zusammenhang blieb auch bestehen, wenn weitere Faktoren wie Rauch- und Trinkgewohnheiten, Art der Behandlung und familiäre Vorbelastungen berücksichtigt wurden. Eine frühere Studie hatte nachgewiesen, dass ältere Patienten mit Depressionen besser auf die Behandlung reagierten, wenn sie eine Mischung aus B1, B2 und B6 einnahmen.
Diese Präparate haben einen Einfluss auf den Vitamin-B12 Wert .